Blotnik Brothers
»Mizuage«
Text:
Lea Raminuwicz
Ein schwedisches Rave-Duo, das hier mit peitschenden Snaredrums und Hi-Hats über der Bassdrum um die Ecke gerauscht kommt. Rave-Revivals wurden in den letzten Monaten ja bereits mehrere angekündigt. Zumindest eins davon wurde richtig war, nämlich das des britischen Manchester-Raves der Endachtziger, der nun wieder von Bands wie den Klaxons erfolgreich gespielt wird. Dann gab es immer wieder mal auch den verzweifelten Versuch, den Großraum-Rave der Mittneunziger zu revitalisieren, also den Rave der weit ausladenden Ecstasy-Flächen und grünhaarigen, gepiercten DJs. Auf genau diesen Zug wollen scheinbar auch die Blotnik Brothers aufspringen. Problematisch dabei ist nur, dass es diesen Zug gar nicht so richtig gibt. Nach Minimal Techno scheint sich die Elektronik-Community wieder eher nach organischeren Sounds zu sehnen. Die warmen und schmissigen House- und Discoplatten von Leuten wie Lindstrøm oder Prins Thomas und Labels wie Permanent Vacation oder Innervisions erscheinen da gerade ziemlich wohltuend. Kraftwerk-Adepten wie die Blotnik Brothers haben es mit ihrem unterkühlten Geschepper derzeit ziemlich schwer. Die Art von Vocoder-Stimmen hat man zu oft gehört, die Tracks erscheinen beliebig und austauschbar, haben weitestgehend alle dieselbe bpm-Zahl, die Flächen setzen immer an der gleichen Stelle ein, die Texte versteht man nicht. Erinnert ein bisschen an die letzte Anthony-Rother-Platte. Auch die war ja eher was für Fans. Sorry, aber zu Hause, so ganz ohne Drogen, kann man sich das wirklich nicht lange geben.
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