Dälek
»Abandoned Language«
[Ipecac / Soulfood / VÖ: 09.03.2007 ]
Text:
Heiko Behr
In Interviews von den ach so wichtigen krediblen Inspirationsbands sprechen kann jeder, mit ihnen neue, relevante Platten aufnehmen eben nicht. Dass also Dälek es ernst meinen, konnte man spätestens vor drei Jahren erkennen, als sie eine Platte mit der deutschen Krautrocklegende Faust einspielten. Innerhalb des Systems HipHop kann man wohl kaum abseitiger arbeiten. Das zum Duo geschrumpfte Projekt dreht nun stoisch die Zahnräder weiter: Die klassischen Funkbreaks, die einfachen Bassfiguren bilden auf „Abandoned Language“ den Ausgangspunkt, das Rückgrat. Und warum auch variieren? Erst auf lange Strecke gewinnt dieser Sound an Macht, erst durch die gleichmütige Wiederholung bildet sich die sogartige Wirkung, die Dälek nun schon seit fast zehn Jahren vorantreiben. Nach und nach werden dann erdschwere Sounds und obskure Filmscores über dieses Grundgerüst geschoben, deren Ursprung durch all die Filter, Verfremdungen und Effekte kaum noch auszumachen ist. Abgeschreckt? Hier kommt der Clou: Dälek versehen ihre komplexen Drones diesmal mit einer düster glitzernden Oberfläche, die eine gefährliche Zugänglichkeit vorgaukelt. Bald also auch in eurer Indiedisco: rückwärts in Zeitlupe tanzen, unter leise verglühenden Discokugeln. Zur Avant-HipHop-Platte des Jahres.
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