BEWERTEN
 

Anna Ternheim

»Separation Road«

Text: Sascha Seiler

Schon das Debütalbum dieser hervorragenden skandinavischen Sängerin konnte überzeugen, doch mit “Separation Road” setzt Anna Ternheim noch einen drauf. Diese Platte ist einfach wunderbar, denn alles ist stimmig: Text, Musik, Gesang, Image. Zerbrechlich und gleichzeitig selbstbewusst; fragil und gleichzeitig stark – alle Attribute, die man auf Anna Ternheims Musik anwenden kann, kehren sich irgendwann ins Gegenteil um, so facettenreich präsentiert sich die Schwedin hier. Der Quasi-Opener “Girl Lying Down” ist als erste Single natürlich eine pathetische Pop-Hymne, die aber nie ins Klischee abdriftet, sondern durch den nachdenklichen Songtext und Ternheims stark melancholische Stimme immer wieder gerettet wird. Das Rauchige in dieser soll an Norah Jones erinnern, aber bitte nicht täuschen lassen, denn das hier ist richtig ernste, tiefgründige Musik und kein Jazzgedudel für den Starbucks-Kaffee zwischendurch. Man beachte beispielsweise mal die Verletzlichkeit, die aus einem Track wie “Tribute To Linn” spricht – man spürt einfach, dass Anna Ternheim einen tiefen Blick in ihre Seele werfen lässt. Klingt alles ein wenig nach Klischee, wiederum, doch anders lässt sich diese wunderbare Musik nicht greifen. Erinnert vielleicht ein wenig an bessere Cardigans und an die leider vergessene Lisa Germano. Wer sich erinnert, weiß, dass das nur Gutes heißen kann.




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