The Earlies
»The Enemy Chorus«
[Groenland / Cargo / VÖ: 26.03.2007 ]
Text:
Klaas Tigchelaar
Globalisierung kann auch mal schön sein. Wenn sich zum Beispiel Bands formieren, deren Mitglieder auf zwei Kontinenten leben. So der Fall bei The Earlies, die ihren Sänger erst zu den Aufnahmen dieser zweiten Platte leibhaftig kennenlernen konnten. Drei Earlies leben in Manchester, Sänger Brandon Carr ist in Texas wohnhaft – Internet sei Dank können sie trotzdem zusammen Musik machen. Und dann auch direkt solche, die mit eindeutigen Prog-Rock- und Psychedelica-Verweisen jeder Trendfixierung trotzt. Rock ist vielleicht auch die falsche Fährte: Nicht Gitarrensoli, Nerd-Riffs und Acht-Minuten-Epen, sondern pompöse Orchestrierungen, folkloristische Bläser, im Stereobild taumelnde Phasings und schwirrende Analog-Loops haben es der Band angetan. Welch ein Zufall, dass die Stimme Carrs an die von John Wetton (u. a. King Crimson, Asia, UK) erinnert. Dann noch schnell einen Querverweis zu Ultramarine legen, deren kaum beachtetes Album “United Kingdoms” von 1993 ähnlich mutig und konsequent mit verkopftem Muckertum in dieser zwielichtigen Sparte aufgeräumt hat. Auch “The Enemy Chorus” klingt über elf Songs seltsam zeitlos und wenig originär, Popsongs im weitesten Sinne, die aber auch als vollständiges, halluzinogenes Hörerlebnis nicht langweilig werden. Im März als neunköpfiges Orchester live zu erleben.
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