Hug
»Heroes«
[Kompakt / VÖ: 26.01.2007 ]
Text:
Hendrik Kröz
An John Dahlbäck scheiden sich die Geister. Die einen bewundern den hohen Qualitätsstandard und die unglaubliche Produktivität des jungen Schweden – sechs Maxis als Hug und Huggotron, dazu noch drei als Hugg & Pepp, gemeinsam mit seinem Cousin Jesper auf dem Hauslabel Dahlbäck Records rausgehauen, so die Bilanz für 2006 –, die anderen bemängeln, dass das alles ganz schön ähnlich klingt. Jedenfalls ächzen die Plattenregale, und discogs.com hat die Katalogisierung des Dahlbäck’schen Schaffens vorerst aufgegeben. Diesen Monat erscheinen zwei Alben gleichzeitig, eines davon ist “Heroes”. Von Tempowechseln hält Dahlbäck wenig, die Platte groovt von vorne bis hinten in derselben floorkompatiblen Geschwindigkeit durch. Trotzdem sind die Stücke grundverschieden – “Tiny Stars” mit seinen verspielten, trotzdem schlicht gehaltenen Drumsounds und dieser kleinen catchy Bassmelodie kommt sehr fröhlich daher, während die acidhaften, sehr monoton gehaltenen Sequencermelodien von “Sub” und “Heroes” ganz schön an der Psyche zerren. Die beunruhigende, immer mehr ins Gruselige driftende Stimmung des Albums wird erst am Schluss aufgerissen, mit der Türgongmelodie von “Ask For It”, die immer wieder gestoppt wird und dann doch irgendwann zu Ende geht: Techno wie aus einer anderen Welt.
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