No More
»Remake/Remodel«
Text:
Roland Wilhelm
Die Doppel-CD “Remake/Remodel” von No More versteht sich einerseits als Rückblick auf das – eigentlich recht magere – Oeuvre dieser Band aus Kiel, die den meisten nur durch ihren 1981er-Untergrund-Hit “Suicide Commando” ein Begriff sein dürfte. Andererseits ist sie aber auch als Ausblick auf die Zukunft zu verstehen, denn die Dark-Wave-Gruppe, die ursprünglich von 1979 bis 1986 aktiv war, hat sich neu formiert und für CD #1 (“Remake”) Mash-up-Versionen aus alten und neuen Stücken angefertigt, ergänzt durch drei komplett neue Tracks. CD #2 (“Remodel”), eine CD mit Audio- und Video-Teil, befasst sich dann fast ausschließlich mit dem unsterblichen “Suicide Commando” in all seinen Varianten – als Live-Version, als Instrumental oder im Remix von DJ Hell, Echopark und Venus 45. Dieses Konzept überzeugt, denn die Faszination, die von diesem Stück ausgeht, überträgt sich auf alle Versionen und offenbart die Magie dieser kleinen Melodie, die bescheidene fünf Töne ihr Eigen nennt. CD #1 dagegen wirkt ein bisschen zerfahren, man fühlt sich etwas orientierungslos in diesen sehr verschieenen Songs. Zum Dark Wave gesellen sich hier eine gehörige Portion Sample-lastiger Downbeat, ein Happen Jazz und eine kleine Prise Krautrock, was ja Geschmackssache ist. Beeindruckend bleiben die Klanglandschaften, die von den beiden verbliebenen No-More-Mitgliedern entworfen werden, aber von Anfang bis Ende. Für konzentrierten Hörgenuss also sehr zu empfehlen.
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