BEWERTEN
 

The Blood Arm

»Lie Lover Lie«

[Warner / Universal / VÖ: 02.02.2007 ]

Text: Peter Flore

Das Debütalbum der Kalifornier beginnt mit einer überaus deutlichen Ansage: “Yo, I lay down some fuckin’ hits”, spricht Sänger Nathaniel Fregoso, um dann gleich mal in den Handclapper “Stay Put!” einzusteigen, großspurig und -mäulig, wie angekündigt. “Lie Lover Lie” ist, um das vorwegzunehmen, ein ordentlicher Startschuss geworden, mit allen Ingredienzien, die man in den letzten zwei Jahren so im Newcomer-Bedarfsshop kaufen konnte: Scheppergitarren, ungestüm-ungelenke Tanzbeats, ein Piano, das wohl an der Saloonbar schon ein paar hatte. Als ob Maximo Park, Arcade Fire und Art Brut gemeinsam eine Party feierten, zumal Fregosos Stakkato-Gesang den Eddie-Argos-Postulaten ein ums andere Mal doch recht nahekommt, minus dessen Tongue-in-Cheekness, wohlgemerkt. Ein paar nette Catchphrases haut aber auch er raus: “I like all the girls and all the girls like me”, stellt er im (heimlichen) Hit “Suspicious Character” fest, im Schunkler “Angela” gar: “I miss you like a nuclear bomb.” “Going To Arizona” schließlich klingt wie ein Kindergeburtstag, bei dem man die Softdrinks mit Schnaps gestreckt hat. Kurzum: Es ist eine recht kurzweilige Angelegenheit mit “Lie Lover Lie”, wohl aber auch, weil einem das Strickmuster so seltsam bekannt vorkommt. Das lässt Menschen zwar schneller tanzen, taugt aber im Gegenzug nicht unbedingt für eine außergewöhnlich lange Halbwertszeit. Nicht dass man die im Pop, zumal heute, bräuchte: Ein kurzer intensiver Moment entschädigt ja mitunter für ein ansonsten spannungsarmes Spiel, diese goldene Regel gilt nicht nur im Fußball.




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