BEWERTEN
 

Little Man Tate

»About What You Know«

[V2 / Rough Trade / VÖ: 26.01.2007 ]

Text: Peter Flore

Ach, wären doch schon Sommerferien! Man könnte mit seinen Freunden am Baggersee verweilen, wilde Hauspartys feiern (die Eltern sind ja ein paar Flugstunden weit weg) und die Mädchen oder Jungs zum Eis einladen. Irgendwen kennt man ja auch immer, der schon ein Auto hat. In dem würde man dann über Land oder in die nächste Großstadt fahren, so wie in “Ferris macht blau”. Zu alledem gereichte das Debütalbum der Sheffielder Little Man Tate zur Freude und Lautuntermalung. Zehn Tracks/Hits voller Kumpelei, Mädchenjungs-Geschichten und unbeschwerter Alltags-Tagebucheinträge. Allein die Herkunft und die schulterzuckende Leichtigkeit bedingen den halb nachvollziehbaren Arctic-Monkeys-Querverweis, obwohl Little Man Tate weitaus naiver und auch glatter britrocken, natürlich im besten Sinne. Gehen wir doch mal ins Detail: “Man I Hate Your Band” nimmt vorweg, was viele vermeintlich Bessergestellte dem weitgehend harmlos, aber äußerst juvenil vorgetragenen Gitarrenpop der vier vorhalten werden. Vielleicht, weil man sich nicht mehr an seine Schulzeit erinnern mag. “European Lover” hätte ich gern bei meiner ersten InterRail-Reise dabeigehabt, und “House Party At Boothy’s” klingt, wie es heißt. Im Prinzip handelt die Hälfte der Platte von Petting, die andere Hälfte von weniger schlüpfrig-zwischenmenschlichen Problemen und Desastern, was aber in Ordnung geht. Wenn man bedenkt, dass man hierzulande eigentlich nur die Sportis oder (besser) Virginia Jetzt! für derlei Befindlichkeiten hat, möchte man die Briten doch wieder um diese ungezwungene und charmante Variante von Alltags- und Freizeitbewältigung beneiden.






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