BEWERTEN
 

David Kitt

»Not Fade Away«

[Rough Trade / VÖ: 26.01.2007 ]

Text: Christian Steinbrink

Um ehrlich zu sein: So richtig hat mich David Kitt bislang nicht interessiert. Denn trotz der vielfältigen Einflüsse und Elemente, die andere in seiner Musik hörten, waren mir seine meistens ziemlich stringenten Songs zwischen Folk und Pop oft eine Spur zu eindimensional. Daran wird auch “Not Fade Away” nicht besonders viel ändern können. Sicherlich gibt sich Kitt bei der Auswahl seiner die Arrangements auspolsternden Klänge ziemlich kreativ, und er beweist damit ein profundes Interesse an vielem, was in den letzten Jahren in der Popmusik so vor sich ging und geht. Auch stört mich die meistens gesetzte Stimmung seiner Musik nicht, im Gegenteil, dramatisch aufgeblasenen Pop gibt es schon mehr als genug. Es scheint vielmehr der Gesamteindruck zu sein, an dem es hapert. Die Stücke tendieren zu oft ins Emotionslose, es fehlt an einer spürbaren Dynamik, sie haben die zweifelhafte Anrüchigkeit des Gut-nebenbei-zu-hörenden. Wenn sich dieser Eindruck aufdrängt, denkt man oft im nächsten Schritt: “Ach, hätte er sich doch mehr getraut.” Ob das hier reicht, bzw. ob das überhaupt in Kitts Interesse ist? Vielleicht sind es aber auch nur besondere Songwriterqualitäten, die dem Iren fehlen. Will Oldham oder Eef Barzelay würden auf mich im Einkaufszentrum nur mit akustischer Gitarre wohl mehr Eindruck machen. Oder, und das ist wohl die nahe liegendste Erklärung: Ich bin einfach zu plump und erkenne keine subtilen Schönheiten mehr. Auch möglich.






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