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The Good, The Bad & The Queen

»The Good, The Bad & The Queen«

[Emi / VÖ: 26.01.2007 ]

Text: Martina Hergenröther

Damon Albarn gilt im Pop komischerweise immer bisschen als Cretin, in einem Spex-Artikel aus den Neunzigerjahren bezeichnete die spätere Intro-Redakteurin Fee Magdanz ihn als schlichtweg dumm (hinter ihren Zeilen las man sogar “riegelblöd”). Bei allem Respekt: Damon positionierte Blur seinerzeit abseits der leicht prolligen Britpop-Explosion, gab der Band ein kunststudentischeres more sophisticated Image – ohne dass das Partyferne und Ernstdiktat hieß. Und als dann Ende des Jahrtausends alle britischen Rock-Acts aus der Blur-Generation (allen voran Oasis) ihren Style auf ewig einbetonierten, erfand er die Cartoon-Gruppe Gorillaz, mit der er ästhetisch wie musikalisch sofort ganz weit vorne war – und ungeahnt erfolgreich wurde. Also aufgepasst, wenn er eine weitere Real-Character-Cartoon-Supergroup hostet. Mit dabei: Paul Simonon (The Clash), Simon Tong (The Verve), Tony Allen (Fela Kutin), und überall, aber immer eher im Dunklen, mischt auch DangerMouse wieder mit.
Vor dem Hintergrund von Blurs einstigem Marokkoexkurs und Albarns großem Interesse für afrikanische Musik möchte man natürlich gleich denken, dass die Beteiligung von Tony Allen den wesentlichsten Fixpunkt in dieser Band darstellt. Im Sound selbst finden sich allerdings kaum (und wenn, dann nur ganz, ganz hinten) jene polyrhythmischen Konstruktionen, die man vom Afrobeat kennt, sondern überraschend konventionelle Beatstrukturen. Albarn begründet das damit, dass man die Zuhörer langsam an diese aufregende Welt heranführen und sie nicht gleich mit einer Überdosis verprellen wolle.
Löst man sich von den signifikanten Beat-Charakteristika, so zeigt sich tatsächlich atmosphärisch, dass afrikanische Musik ein starker Impulsgeber des Albums war. Also zumindest kann man es so konstruieren, wenn man all die Rahmenbedingungen kennt. Wenn man allerdings nichts konstruiert, steht man erst mal ziemlich ratlos vor einem unglaublich bekifften Mash-up aus Krautrock und Britpop und Gorillaz-Artefakten. Letzteres drängt sich vor allem auf durch den nöligen Gesang Albarns. “The Good, The Bad & The Queen” ist irgendwie nicht der ganz große neue Wurf von Albarn, es mangelt an wirklich zwingenden Songs – dennoch hat er wieder einmal überrascht. Und das ist nach all den Jahren doch immer wieder eine Leistung.






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