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The Shins

»Wincing The Night Away«

[Sub Pop / Cargo / VÖ: 26.01.2007 ]

Text: Christian Steinbrink
[5 Kommentare]

2003 waren die Shins eine kleine Band und veröffentlichten ein kleines melodisches Popalbum, das sich für die Verhältnisse, in denen sie zu Hause waren, sehr gut verkaufte. Nach dem Release gingen sie auf Tour, letztendlich auch in Europa, und bekamen überall ein überschaubares, aber einhellig freundliches Feedback. Das war es dann erst einmal. Nun ist es 2007, und Massen von Leuten überall auf der Welt gieren nach dem neuen Album der kommenden Popstars The Shins. Und auch wenn man davon ausgeht, dass eine Band bestenfalls mit jedem Album ein Stück größer wird – dieser Sprung kommt doch sehr überraschend, um nicht zu sagen abrupt. Was ist geschehen? Schuld an dieser Entwicklung ist zu einem nicht geringen Teil Natalie Portman. Denn als sie in dem Spielfilm “Garden State” Zach Braff gegenüber so ungemein kokett argumentierte, dass diese Band Leben retten könne, überzeugte sie zeitgleich auch eine Unmenge von KinobesucherInnen. Doch nicht nur “Garden State” drückten die Shins ihren Stempel auf, sondern auch den “Gilmore Girls” und “Buffy”, außerdem Werbespots von GAP und – Mc Donald’s. Wobei Letzteres zu heftigen Protesten vonseiten der angestammten Fanschar führte. Commercial-Freigaben von vermeintlich untergründigen Bands sind in den USA zwar nichts Neues mehr, und Indie ist sowieso schon lange nicht mehr wirklich Indie, aber diese Kollaboration mit dem Satan aller Multis war den politischen Gemütern wohl doch eine Spur zu sperrig. Die Monate danach verbrachte James Mercer mit unzähligen, wohl auch notwendigen Diskussionen über das Thema, bis er doch noch dazu kam, endlich ein neues Album zu schreiben.
Ein Album, das all den durch die genannten PR-Aktionen neu gewonnenen Fans neues Futter geben sollte. Er hat es geschrieben, und es ist deutlich anders geworden als alles, was die Band zuvor herausgebracht hat. “Wincing The Night Away” ist lang nicht mehr so eingängig und sympathisch knarzig wie seine Vorgänger, dafür viel klarer und aufwendiger produziert. Es enthält nicht mehr ausschließlich Songperlen am Band, sondern auch Skits, die durchaus als Intros zu den jeweils folgenden Stücken verstanden werden können. Die Harmonien und die ausdrucksstarke Stimme Mercers sind zwar gleich geblieben, aber die Stücke enthalten mehr, sie sind komplexer, breiter instrumentiert und haben in Musik und Texten durchaus mal atmosphärisch völlig konträre Teile. Sie machen es dem Hörer nicht mehr so leicht wie z. B. beim Debüt “Oh, Inverted World”, als man die Songs noch aus dem Stand lieben konnte. Dieses Mal dauert es länger. Und es ist nicht gesagt, dass es jedem Fan gelingen wird, eine vergleichbare Zuneigung zu entwickeln. Obwohl es gute Gründe dafür gäbe. Denn wenn man sich erst mit den offensichtlichsten Parts des Albums vertraut gemacht hat und nach mehreren Hördurchgängen andere, weniger vordergründigere Teile addiert, offenbart die Platte eine einzigartige Schönheit. Vor allem klar ist aber: Die Shins haben sich etwas getraut, sie haben sich verändert. Ob das, was “Wincing ...” darstellt, der Weg der Weisen ist, ist eine andere Frage. Aber für jetzt, für dieses Album, ist die Entwicklung der Portland-Band respektabel und nachvollziehbar. Und sie beweist, dass die Shins noch viel mehr können als das, was sie auf den ersten beiden Platten zeigten. Wir hören zu, genießen den Moment und sind gespannt darauf, wie es weitergeht.





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  • User: big burt
  • big burt 28.01.2007 | 11:43:59

    Leider sind die Shins der momentan grassierenden Malaise der (Indie-)Rockmusik erlegen: Cleane aber dennoch konturlose Bombastproduktion.

    Daher: Ganz grausige Platte, Klassenziel nicht erreicht, Note 6. Bitte setzen.

  • User: Polarstern
  • Polarstern 29.01.2007 | 11:04:23

    Bliebe erstmal zu klären welches Ziel erreicht werden sollte. Mir gefällt die Platte sehr und vor allem insgesamt besser als die beiden Vorgänger.
    Subjektiv, eh klar!

  • User: just_for_the_music
  • just_for_the_music 29.01.2007 | 11:53:54

    besser als die vorgänger heisst ja noch nicht viel.
    ich fand die platte beim ersten durchhören eher unspektakulär.

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