BEWERTEN
 

Ladyfinger

»Heavy Hands«

[Saddle Creek Europe / Indigo / VÖ: 09.02.2007 ]

Text: Thomas Renz

Nicht alle gestreiften Tiere halten zusammen. Auch das macht das Cover des Debütalbums von Ladyfinger deutlich. Ist hierauf doch ein Tiger abgebildet, der einem Zebra gerade herzhaft in den Hintern beißt. Man kann sich als Hörer also noch glücklich schätzen, dass einem diese Platte lediglich mit ordentlichem Schwung in den selbigen tritt. Denn wie die größte und stärkste aller Raubkatzen greift „Heavy Hands“ von hinten an und setzt auf einen Überraschungseffekt. Denn: Wer hätte schon damit rechnen können, in Omaha, Nebraska, mitten im geliebten Saddle-Creek-Nationalpark, von so viel animalisch schwitzender Muskelkraft angefallen zu werden? Eben. Ladyfinger haben den verrosteten Käfig des Rock’n’Roll geöffnet und jagen die entfesselte Bestie nun mit Hilfe von treibendem NoiseRock durch das Gestrüpp des Post-Hardcore der Neunzigerjahre. Und das alles unter der erfahrenen Führung von Produzent Matt Bayles, der schon auf solchen Ungetümen wie Isis oder Mastodon geritten ist. Sogar, dass diese Band unlängst mit The Bronx in Deutschland unterwegs war, macht irgendwie Sinn, auch wenn diese natürlich noch tollwütiger daherkommen. Trotzdem werde ich in Zukunft immer eine Maske mit aufgemalten Augen auf dem Hinterkopf tragen, wenn ich mich in die Nähe einer neuen Saddle-Creek-Platte begebe. Dadurch sollten sich diejenigen, die so unerwartet von hinten angreifen wie „Heavy Hands“, irritieren lassen.




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