Mica P. Hinson And The Opera Circuit
»Mica P. Hinson And The Opera Circuit«
[Sketchbook / Hausmusik]
Text:
Klaas Tigchelaar
Schon auf der Suche nach einer tollen Crooner-Platte für die familiären Weihnachtsabende, weil Mama sonst wieder Wham und Paul Anka auflegt? Das hier könnte was sein, vor allem, weil Mica P. Hinson auch noch super Zigeuner-Jazz und Banjogeflitsche kann, wenn später noch getanzt werden soll. Okay, der tiefe Bass seiner Stimme wird vielleicht die kleinen Geschwister und Enkel ein wenig verschrecken, aber das gewöhnt sie schon mal an das brummelige „Ho, Ho, Ho“ vom Nachbarn, der mit dem roten Kostüm und dem gefälschten Rauschebart. Warmherzig, variabel und gar nicht anspruchslos kommen die „11 Songs from Abilene, Texas“ auf diesem zweiten Album daher, mal mit swingender Kapelle, mal mit gezupften Gitarrenakkorden und Streichern in bester Lullaby-Manier. Von extrem reduziert bis opulent weiß Mica P. alle musikalischen Facetten um seine einnehmende Stimme zu formieren. Naheliegenderweise war er schon mit Devendra Banhart, Smog und Richard Hawley auf Tour, so weit die Querverweise. Und wer noch mehr will, sollte sich die ebenfalls recht indie-weihnachtliche Mini-CD „Lights From The Wheelhouse“ von Hinsons Zwei-Mann-Projekt mit John-Mark Lapham namens The Last Cord unter den Baum wünschen. Da schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.
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