DAM
»Dedication«
[Redcircle Music / Indigo / VÖ: 17.11.2006 ]
Text:
Uwe Buschmann
Eine Mauer ist eine Mauer ist eine Mauer. In Berlin, zwischen Israel und Palästina oder – um mal in Floskeln zu reden – in den Köpfen der Menschen. Aufgeklärte Jugendkultur inklusive der dazugehörigen Musik, kann das nicht mal ein bisschen Brücke sein? So begreifen es wenigstens die Rapper von DAM, die damit in ihrem stets brisanten Heimatland Palästina wahre Pioniere sind. Mit ihrem Album „Dedication“ wollen sie wachrütteln und auf ihre Problematik aufmerksam machen. Und das geschieht keineswegs nur einseitig. Forderungen nach Freiheit, Gleichberichtigung und Frieden richten sich natürlich einerseits in Richtung Israel, aber genauso auch ans eigene Milieu. Denn es gibt Unmengen an Missständen, die hausgemacht sind. Ghettoisierung innerhalb der Gemeinschaft und die einhergehenden Probleme mit Drogen und Kriminalität beispielsweise. Musikalisch schafft man den interessanten Spagat zwischen klassischen Dope-Beats und vielen Elementen aus arabischer Musik. Allein die bloße Existenz hat DAM schon eine Menge Aufmerksamkeit eingebracht: diverse Auftritte in Doku-Filmen, ein Beitrag zum Soundtrack zu „Ford Transit“ vom palästinensischen Regisseur Hany Abu Assad, der für seinen Kinofilm „Paradise Now“ bereits einen Golden Globe gewann, und zuletzt ein Fotoshooting der renommierten Zeitschrift National Geographics über Rapper aus aller Welt. Mal sehen, was da noch alles folgen wird. Mindestens „polylux“ ist sicher drin.
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