BEWERTEN
 

Whirlwind Heat

»Types Of Wood«

[Brille / Labels / Emi / VÖ: 27.10.2006 ]

Text: Christian Steinbrink

Als Whirlwind Heat das erste Mal an der Oberfläche des Popmeeres auftauchten, waren sie gerade mal 19 und eben unter die wohlmeinenden Fittiche vom großen White Stripe Jack White geraten. Bald darauf gab der ihnen einen Plattenvertrag und griff bei der Albumproduktion unter die Arme. Mit diesem Wind im Rücken konnten sie überall auf der Welt ansehnliche Erfolge feiern, ja doch, denn man darf nicht vergessen: Wir sprechen hier von einem Debüt, und die Jungs waren erst Anfang 20. Nun sind sie ein wenig älter geworden und erst mal damit beschäftigt, sich vom übergroßen Schatten des Protegés zu emanzipieren. Der musikalische Schlüssel dazu lautet: Reduktion, und zwar mehr denn je. Dass die Band fast ohne Gitarren auskommt, war ja schon vorher klar. Nicht aber, dass es ihr Weg ist, ein Album mit elf ganz und gar entschlackten, auf Rhythmen fokussierten Rocksongs aufzunehmen, die sich in jeder Pore auf die Funktionalität in Livesituationen konzentrieren, kurz gesagt: auf Party. Damit sind sie natürlich nah dran an den Rot-Weißen aus Detroit, bewegen sich aber sonst zwischen der Songstruktur von Primus und diesem wunderlich-glamourösen Gestus, den man von Devendra Banhart kennt. Auch wegen der gelungen pointierten, reduzierten und doch anschlussfähigen Texte. Das ist toll, aber sicher nicht so massenkompatibel, wie manche es gerne hätten. Auch wenn ich in dieser Beziehung bei den White Stripes vor ein paar Jahren schon mal gründlich daneben lag. Um nicht missverstanden zu werden: Ich gönne Whirlwind Heat jeden Erfolg. Ich würde sie live aber doch am liebsten in einem verschwitzten 200er-Club sehen. Wenigstens noch ein Mal.




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