Sodastream
»Reservations«
[Hausmusik / VÖ: 20.10.2006 ]
Text:
Sascha Seiler
Hört man die Klänge von Sodastream zum ersten Mal, denkt man erst einmal, Belle & Sebastian hätten sich eines Besseren besonnen und würden wieder Musik machen wie auf ihren zauberhaften frühen EPs. Es handelt sich bei dem jungen Mann, der tatsächlich mehr als verdächtig nach Stuart Murdoch klingt, jedoch um den Australier Karl Smith, der mit seinem Projekt Sodastream im Laufe von zehn Jahren bereits drei herrliche Alben aufgenommen hat und nun auf „Reservations“ den klanglich reduzierten Kammerpop von besagten Belle & Sebastian nachempfindet. Smith erzählt kleine, traurige Geschichten über Liebe und Verlust, Einsamkeit, Schmerz, eben die Dinge, um die es im Leben eigentlich geht. Eingebettet sind die wunderbaren Texte in ein Geflecht aus Gitarre, Kontrabass, auch mal Geige, alles ganz spartanisch gespielt und zurückhaltend produziert. Das Wichtigste aber: Man glaubt Karl Smith alles, was er sagt. Trotz der Nähe zum Sound der Schotten um Murdoch ist es Smiths eigenes Werk, ein Statement über den traurigen Zustand der Liebe. Und so etwas braucht die Welt.
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