Ian O’Brien-Docker
»Sometimes I Wish I Had A Terrible Childhood So That At Least I’d Have An Excuse«
Text:
Sascha Seiler
Ein großartiger Albumtitel, aber hält die Musik das Versprechen, das dieser gibt? Ganz schwierig zu beantworten. Denn dieser O’Brien-Docker – ein Lenny-Kravitz-Typ, der im Studio alles selbst macht, wobei das Ganze dann trotzdem nach mehr oder weniger handgemachter Rockmusik klingt – bedient sich doch sehr eifrig und aufdringlich im Gemischtwarenladen der Pop-Einflüsse. Und manchmal greift er ganz schön daneben. So muss man bei den beiden ersten Songs ein wenig an die unseligen Liquido denken, dann hört man auch den Geist des frühen Kravitz, also ein wenig die Beatles im Homemade-Verfahren – was ja nicht das Schlechteste ist. Im Grunde sind solche selbst gemachten Rockalben ja immer eine recht homogene und vor allem auch intime Angelegenheit, so auch hier. Vor allem, wenn man so gute melodische Einfälle hat wie O’Brien-Docker, der eindeutig weiß, wie man eine Pop-Melodie über einen Song entwickelt, was nur die wenigsten können. Man muss die Songs und vor allem die einfältigen Texte des jungen Mannes nicht mögen, doch irgendwie schafft er es tatsächlich, so zu klingen wie Kravitz auf „Mama Said“ oder „Love Let Rule“, also auf Platten, die man nicht lieben musste, aber irgendwie doch bewunderte. Ein wenig klischeebehaftet und trotzdem interessant ...
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