Naomi
»Aquarium«
[Mole / Intergroove / VÖ: 10.11.2006 ]
Text:
linus volkmann
An der Entwicklung der beiden Anzugträger aus Berlin kann man ziemlich gut auch den Status quo eines ganzen Genres festmachen: Anfang des neuen Jahrtausends ließen Naomi die Sequenzer relaxt fiepen und Bässe lustvoll dazu gähnen. Entspannung pur eben – aber ohne Müdigkeit vorzuschützen. Das war der Hit in den Kaffeehäusern rund um den Planeten Lounge. Doch Naomi blieben wachsam und hatten keineswegs vor, nur in Schönheit zu chillen. Sondern öffneten sich mit dem zweiten Album schon hinsichtlich Songstrukturen und Bandprinzipien. Diesen Weg gehen sie nun auf „Aquarium“ derart konsequent weiter, dass man sie beim ziellosen Hören mitunter schon für eine folky Indie-Band mit Keyboarder halten könnte. Gewagt, gewagt. Aber damit eben ganz vorne. Hier kommt die Post-Lounge, hier ist der Gegenentwurf zu dem, was zuletzt unter dem Namen Downbeat schon auffällig in Verruf geraten ist. „Gone“ stellt dabei einen kapitalen Hit dar, der sich – mit Verlaub – irgendwo aufhält zwischen Notwist, Maxi Hecker und Daryll Hall & John Oates. Das hört man in der Form selten, ich persönlich habe so was gar noch nie gehört – was mich auch nicht gerade unbeeindruckt zurücklässt.
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