BEWERTEN
 

MF Grimm

»American Hunger«

[Day By Day / Cargo / VÖ: 30.09.2007 ]

Text: Uwe Buschmann

MF (Mad Flows) Grimm, Rapper aus Manhattan, scheint sich direkt mal an den dickwälzigen Büchern seiner Namensgeber orientiert zu haben. Hier gibt es nicht eine, nicht zwei, sondern gleich drei CDs auf einen Streich. Was bei dem Albumtitel auch wieder Sinn macht. Nirgendwo auf der Welt rollen so viele Fettleibige über die Straßen wie in den USA. Daher wird „American Hunger“ auch in die Parts „Breakfast“, „Lunch“ und „The Last Supper“ unterteilt und wartet mit jeweils zwanzig Tracks auf. Jede Kalorie bzw. jeder Song zählt und ergibt erst in der Summe das Gesamtwerk. Doch wäre hier weniger bestimmt mehr gewesen. Bei all den sehr guten Ansätzen und Absichten wie abwechslungsreichen und dopen Beats, engagierten Texten, interessanten Gästen (Large Professor, PMD, Ill Bill ...) – irgendwann kann nicht mal mehr der größte Schwamm der Welt etwas aufnehmen. Die HipHop-Götter müssen endgültig verrückt geworden sein. Anhand eines solchen Opus’ magnum graut mir ein wenig vor dem Gedanken, dass irgendwann ein MC Proust auf den Plan treten und nur mal so ein zehnfaches CD-Album raushauen wird. Auf der Suche nach der verlorenen Reimzeit. Literarisches Quartett, bitte übernehmen Sie ...




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