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Candie Hank

»Groucho Running«

[Sonig / Rough Trade / VÖ: 03.11.2006 ]

Text: Malte Carli

Bibidibaudibu. Bibidibaudibu. Bibidibaudi, bibidibaudi, bibidibaudibu. Nein, dies ist nicht das Ergebnis eines Wutanfalls und des folgenden planlosen Einhackens auf die scheißschrottige Computertastatur hier unten in meinem Atombunker. Das ist schlicht und einfach der Text von Candie Hanks räudiger Wodkaballaballaballade „Disko der Aussätzigen“. Die ist zwar erst das fünfte Stück auf Hanks Album „Groucho Running“, aber trotzdem der einzig mögliche und beste Einstieg in die hier abzuleistende Krawallkrititk. Und jetzt der Reihe nach: Candie Hank ist Patric Catani und arbeitet seit seinen Teenagerjahren – sprich: seit Anfang der 90er und offensichtlich konstant auf einer Überdosis Kaffee und filterlose Gitanes – an der Vermählung von Gabba, Kinderlied, Punk und Polka. Huch, das sind ja gleich vier Leute für nur eine Hochzeit! Klingt verdächtig nach Orgie. Tatsächlich hat Catani sich irgendwann vor Jahren mitten hineingeworfen in das Berliner Geilomatgetümmel um den Stylektro-Hype und solch sexy Charakterpunks wie Gina V. D’Orio, Hanayo und Gonzales und strahlt seither seine Reaktormucke in die Welt hinaus. Booty Bass, Russendisko und Princess Superstar lassen grüßen, Angie Reed schaut gleich persönlich vorbei. „Groucho Running“ ist eine ganze Castor-Ladung voller Scheiß-mich-nix-Attitüden-Elektropunk, den man in dieser Form – gerade jetzt, wo der große Spaß daran wohl auch in Berlin langsam mal vorbei sein sollte – von Sonig am wenigsten erwartet hätte. Okay, Überraschung gelungen. Ich wage mich aber trotzdem erst aus dem Bunker, wenn der gesamte Candie-Hank-Fall-out niedergegangen ist.




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