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»Mathias Kaden & Onur Özer – Momentum (A Vakant Mix Compilation)«

[Vakant / Neuton]

Text: Roland Wilhelm, Roland Wilhelm

Das Problem bei Label-Mixcompilations ist ja oft, dass die Stringenz, die in der Veröffentlichungspolitik eines Techno-Labels im besten Falle für Distinktion sorgt und ihm ein Gesicht gibt, auf der Mix-CD nicht selten eine gewisse Langeweile hervorruft. Denn zu ähnlich sind die Tracks, zu wenig klangliche Abwechslung wird geboten, um den Hörer über die gesamte Länge bei der Stange zu halten; und für sich können die Titel im Mix auch nicht stehen, denn es gibt immer den Zusammenhang mit dem Davor und Danach. Die Stringenz beim Berliner Label Vakant besteht in einem strengen Minimalismus, der die naturgemäß sehr digitale, sehr funktionale Musik weitgehend frei von Harmonien und Melodien hält. Reiner Minimal eben, wie er trotz aller Grabreden immer noch leibt und lebt. Um den Mix der ausgewählten Vakant-Tracks interessanter zu gestalten, gehen die beiden DJs und Produzenten Mathias Kaden und Onur Özer einen Weg, der zwischen dem digitalen Mix-Gefrickel eines Richie Hawtin und dem vielbeschworenen Turntable-Purismus der meisten klassischen DJs liegt: Sie peppen die Titel, die sie „von Hand“ mit Plattenspieler und CD-Player ineinander gemischt haben, mit Effekten und Loops vom Sampler auf und geben den finalen Mix erst nach „Re-Edit“ und „Reassembling“ aus der Hand und in den heimischen CD-Player. Für den Hörer, der in Erstkontakt mit dem Label gerät, bieten sie also einen handwerklich perfekten Minimal-Mix und für den, der das Label-Output schon kennt, eine gewisse Erweiterung von dessen Klangspektrum, auch durch das Einbinden von bisher unveröffentlichten Tracks. So, und wenn die Musik jetzt noch in irgendeiner Form spannend wäre – ich wäre begeistert. Leider gerät sie aber trotz allen handwerklichen Könnens in das eingangs genannte Dilemma, und außer Tolga Fidans „Abstract Prologues“ und Quixotes „Pelters“ gibt es kaum einen Track, der wirklich kickt, sondern weitgehend nur blutleeres digitales Geklicke. Als Pro bleiben bloß noch die paar Bonuspunkte für die unkonventionelle Machart und die als Gimmick beigefügten Videos im CD-Rom-Teil. Das ist wenig.




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aus Intro #144 (November 2006)
 
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