BEWERTEN
 

Devastations

»Coal«

[Brassland / Beggars Banquet / Indigo / VÖ: 22.09.2006 ]

Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink
[23 Kommentare]

Australier scheinen ein traditionsbewusstes Volk zu sein. Was einmal als bedeutend aus ihrer Mitte hervorgetreten ist, halten sie ewig in Ehren und eifern ihm ausdauernd nach. So wie die Devastations es sowohl auf ihrem selbst betitelten Debüt als auch jetzt auf dem Zweitwerk „Coal“ mit ihrem großen Landsmann Nick Cave mach(t)en. Glücklicherweise geht die Karriere des großen Mannes mit der Gelfrisur nun schon so lange, dass sich in der ganzen Zeit eine Menge stilistische Veränderungen ergeben haben. All diese Entwicklungsschritte, also von dissonant zu hymnisch, von orchestral zu minimal und von melancholisch zu todtraurig, haben die Devastations wieder in einem einzigen Album komprimiert. Manches klingt zeitgemäßer, nach Cave-Nachfolgern wie z. B. den Tindersticks oder Arab Strap, letztendlich lässt sich aber alles auf den einen Mann und dessen Musik zurückführen. Die Umsetzung ist bestimmt nicht schlecht, die Arrangements sind geschmack- und die Stimme des Sängers Conrad Standish stimmungsvoll, sodass Hörer mit einem Faible für diese Art von getragenem Pop sicher voll befriedigt werden. Anderen wird so etwas wie eine persönliche Note fehlen, etwas, in das man sich ganz originär verlieben kann. Zu Letzterem tendiere ich, aber gleichzeitig soll betont werden, dass „Coal“ für eine Menge Leute ganz zauberhaft wirken kann. Hört es euch doch erst einmal an.




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  • heavenlyjason 24.11.2006 | 19:38:09
    eierfindenlasser
    superplatte. platz zwei in 2006 - hinter den veils. oder so.

  • buenaventura 24.11.2006 | 19:56:06
    hashomer
    ganz ganz grosses kino. supergastauftritt von bic runga, auch.

  • heavenlyjason 24.11.2006 | 21:01:11
    eierfindenlasser
    und am 19.12. in hamburg im molotow... !!

  • User: pocketful of money
  • pocketful of money 24.11.2006 | 22:35:26

    gefällt mir auch sehr gut, hat zwar etwas gedauert, aber gestern hats endgültig klick gemacht :o)

    klingt ein bisschen wie eine mischung aus the divine comedey und the national finde ich...

  • heavenlyjason 24.11.2006 | 23:14:52
    eierfindenlasser
    was ja beides nicht zu verachten ist.. = )

  • juhulchen 26.11.2006 | 21:40:26
    prosopagnosic teatotaler
    wirklich schön, mich hat's so vom gesang her im allerersten moment (beim 30 sekunden-reinhören im saturn) an die tindersticks erinnert. derzeitiger favourite: "terrified"

  • User: carty
  • carty 26.11.2006 | 22:01:05

    eigentlich möchte ich die platte auch super finden, denn von ihrer art her erinnert sie mich abwechselnd an Tindersticks, The National und Arab Strap. ganz zum schluss kommt mir auch Madrugada in den kopf.

    nur hört man genau zu, ist diese platte schon sehr kaputt. die texte können einen direkt etwas runterziehn, denn da findet man nur selten etwas postives drin.

  • User: carty
  • carty 27.11.2006 | 15:21:34

    es ist nicht schlecht aber irgendwie traurig schlimm, dass man denken muss, der sänger hätte so ein furchtbar verkorkstes leben.

  • buenaventura 27.11.2006 | 18:14:28
    hashomer
    man sollte allerdings doch wirklich nicht mehr glauben, dass songwriter nur ueber sich selber schreiben.

  • User: carty
  • carty 27.11.2006 | 22:28:50

    das stimmt natürlich. ich denke mir halt nur immer, dass das schon etwas harter stoff ist, was der da singt.

  • buenaventura 30.11.2006 | 14:10:43
    hashomer
    ich fands seinerzeit eher sproede und vor allem nach den liveshows etwas enttaeuschend. hoere es aber gerade mal wieder und find's doch auch sehr fein, wenn auch weiterhin sproede - es wirkt etwas rauher als das doch etwas schwelgerischere 2te album. aber es gefaellt mir gerade besser, als ich es in erinnerung hatte.

  • User: carty
  • carty 30.11.2006 | 15:04:33

    wurde das erste album nicht von irgendwo als album des jahres in australien gewählt?

  • zausel 30.11.2006 | 18:27:00

    hm, klingt streckenweise wie madrugada, allerdings in langweilig.

  • buenaventura 30.11.2006 | 18:29:40
    hashomer
    bruahahaha.

  • User: Sonja Müller
  • Sonja Müller 30.11.2006 | 19:05:18

    madrugada als kontrapunkt zu langweilig zu nennen, ist schon ein sehr gewagter move.

    ich finde die devastations nicht langweilig. ganz und gar nicht. habe ich viel gehört, dieses jahr. genau wie absentee. und ich freue mich aufs konzert. der sänger ist nämlich nicht nur gut darin, verstörendes zeug in sonore weisen zu packen, sondern den kann man auch ganz prima anglotzen.

  • juhulchen 01.12.2006 | 09:46:39
    prosopagnosic teatotaler
    tatsächlich? das ist ja fast schon zuviel des guten und ich werde immer trauriger, dass ich sie nicht live zu sehen bekomme...

  • zausel 01.12.2006 | 11:27:05

    was für dich gewagt erscheint, frau müller, ist für mich nunmal realität. ich war neugierig ob diverser plattenkritiken und eurer postings und habe mir die platte angehört. was ich da oben geschrieben habe, ist meine meinung, damit nehme ich dir deine nicht weg.

    @buenaventura - schön, dass ich dich zum lachen bringen konnte.

  • buenaventura 04.09.2007 | 09:13:33
    hashomer
    neue madrugada, aeh, devastations-platte kommt um die ecke. sound wurde etwas erweitert - was mich bei den myspace-stuecken sehr abgeschreckt hat, aber in vollstaendig macht das jetzt doch sinn. die etwas eigenwillige beschreibung von der eigenen website: "The sound is sexual, but not as we’ve come to think of the word—an immodest thing beholden to the corporeal self. Yes, U is more fragile than that. It’s sex as a way of being, a state of grace. Electrified rhythms beat out a bit slower than the human heart, as if the whole point were to remind you that you still had one. The songs are muggy with sweat. At heart, Yes, U is a fashionable discotheque festooned with enough ideas to kindle the fires of the mind."

    im oktober auch wieder auf tour.

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