Dorit Chrysler, Iris, Mico & Monotekktoni
»4 Women No Cry Vol. 2«
[Monika / Indigo / Hausmusik / Kompakt]
Text:
Sonja Eismann,
Sonja Eismann
Schön, dass das Konzept funktioniert: Der weibliche Vierervorschlag von Monika Enterprise macht mit der Nummer #2 weiter. Die Idee, die letztes Jahr bei der Inauguration der neuen Serie schon gut war – noch nicht ganz so prominente weibliche Acts zu viert auf einer Platte vorzustellen und mit der Bündelung auch die Aufmerksamkeit zu maximieren –, hat sich glücklicherweise bewährt. Vol. 2 beweist, dass das, was bei Vol. 1 schon so überaus positiv auffiel, kein Zufallstreffer war, sondern Prinzip ist: Nicht ihr Geschlecht ist das, was die Artists in diesem Quartett primär zusammenhält, sondern Parallelen in Soundstrukturen und -ästhetik. Auch wenn diese Künstlerinnen völlig unterschiedliche Ansätze verfolgen, gibt es doch immer diese klanglich-atmosphärischen Querverbindungen, die eher an ein vielschichtiges Album als an eine Compilation denken lassen – poppiges bis experimentelles, leicht melancholisches elektronisches Songwriting mit abgründig sanften Frauenvocals.
Dorit Chrysler aus New York, ungerechterweise in Österreich, wo sie ursprünglich herkommt, viel bekannter als in Deutschland und nun auch gemeinsam mit Electric Indigo auf der „Girl Monster“-Compilation vertreten, komponiert mithilfe ihres Theremins und schwelgerischen Frauenchören opulente Avant-Pop-Tracks, die man sich dank ihrer Bildhaftigkeit gerne in Hörspielen vorstellen möchte. Mico aus Japan, jetzt in London, die auch Musik für Animes schreibt, punktiert ihre lautmalerische japanische Lyrik mit Bleep- und Knister-Sounds und vergisst nie den leicht sphärischen Pop-Appeal. Aus Berlin kommt Monotekktoni, die mit Bands oder als „one woman electro show“ schon einige beeindruckende Platten veröffentlicht hat und auch hier ihre Stücke, die durch eine unglaublich volle Klangpräsenz überraschen, wieder mit diesem bittersüßen Hauch von Düsterkeit überzieht. Am kürzesten mit dabei in der Szene ist wohl Iris aus Barcelona, die nach eigenen Angaben eher zufällig, ihrer generellen Computerbegeisterung geschuldet, ins Musikmachen reinstolperte, mit Klacker- und Glitchsounds und einem gelayerten Cut-up-Gesang, der mitunter an Tujiko Noriko erinnert, aber schon klingt wie ein alter Hase.
Mico, how is composing music for mangas different from composing for something like „4 Women No Cry“?
Firstly with manga, I interpret the energy and emotion of the pictures and blend them with my own feelings but with „4 Women No Cry“ I am purely expressing my own internal emotions.
Dorit, who taught you to play the theremin?
The beauty of playing the theremin is that there are no established rules and you can develop your own technique – to get technically advanced though, it certainly helps to base your finger technique on accomplished players like Clara Rockmore. In comparison to other instruments, the theremin is a young one and beckons to find new and groundbreaking approaches accoustically and technically!
Monotekktoni, woher kommt die trotz elektronischer Mittel so düstere Singer/Songwriter-Atmosphäre in deiner Musik?
Ich komme übers Songschreiben am Klavier und bin musikalisch eher Indienoisegitarren-beeinflusst. Ich habe jahrelang in Bands Gitarre gespielt (Das Zuckende Vakuum, Masonne) und auch die Songs mitgeschrieben.
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