BEWERTEN
 

The Killers

»Sam's Town«

[Universal / VÖ: 31.10.2006 ]

Text: Ulrike Puth, Ulrike Puth

Kennen Sie das: ein Menschenjahr gleich sieben Hundejahre? Klar. Damit beschreibt man den Effekt, dass in einem (vermeintlich) gleichen Zeitraum für verschiedene Existenzen Zeit mitunter unterschiedlich schnell vergeht. Denkt man diese Parabel auf die Gesamtlänge dieser Review, sind die Killers hier die Hunde. Bitteschön: Was ging denn bei denen? Erst stellten sie mit ihrem Debütalbum die Oasis/Blur-Kriege um Popvorherrschaft unmittelbar nach, und dann, ja, dann schaffen die smart sinistren Schmusi-Styler hin zu ihrer zweiten Platte einen derartig markigen Imagewechsel, dass man denken muss: da ist doch mehr Zeit als nur bisschen was über ein Jahr vergangen? Nö. Geht alles mit rechten Dingen zu. Die Band hat sich die Bärte, Lederklamotten und langen Haare, für die andere Acts ein Jahrzehnt on the Road brauchen, tatsächlich so schnell wachsen lassen. Bei diesem Rock-Evolutions-Tempo dürfte der Burn-out natürlich ebenfalls fixer nahen. Insofern ist „Sam’s Town“ noch höher zu schätzen. Denn wer weiß, was es mit diesen vier Typen noch geben wird. Hier jedenfalls sind sie voll auf der Höhe. Auch wenn Sound und Song ebenfalls die Patina der neuen Bandklamotten angenommen haben. Breitwand-Poprock, U2-Assoziationen, Depeche Mode zu den Größenwahn-Zeiten von „Personal Jesus“ – hier geht wirklich alles. Und trägt seine Auslöschung aufregend schon wieder in sich. Und „When You Were Young“ ist mit Sicherheit ein echter Welthit.




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