Jon Auer
»Songs From The Year Of Our Demise«
[DevilDuck / Indigo / VÖ: 06.11.2006 ]
Text:
Frank Schuster,
Frank Schuster
Ein erstes Soloalbum zu machen ist ja fast wie eine allererste Beziehung zu haben oder ein erstes Kind zu bekommen. Nach Aussage von Jon Auer war ihm die Arbeit daran – an der er neben seinem Dasein als Posies- und Big-Star-Mitglied fünf Jahre lang saß – viel wichtiger als alle Bandprojekte. „It’s my baby type of affair“, sagt er. Sein Posies-Partner Ken Stringfellow machte es vor und hat bereits drei Solowerke herausgebracht. Jon Auer braucht sich hinter diesen nicht zu verstecken. „Songs From The Year Of Our Demise“, für das er fast alle Instrumente selbst eingespielt hat, ist ein vortrefflich gutes Album. Das Songwriting ist nahezu perfekt; Auer hat sich ein paar seiner schönsten Kompositionen für „sein Baby“ zurückbehalten. Und anscheinend kann man erst solo so intensiv wie unbefangen über intime Themen wie Scheidung, Alkoholismus, Heirat und – ja – Vater werden reflektieren. „Songs From The Year Of Our Demise“ verhält sich zu Auers jüngeren Bandwerken in etwa so wie John Lennons erstes „richtiges“ Soloalbum – der Seelenstriptease „Plastic Ono Band“ – zu „Let It Be“ der Beatles. Wer braucht noch eine Band?
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