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Clickclickdecker

»Nichts Für Ungut«

[Audiolith / Anourak / Broken Silence / VÖ: 25.09.2006 ]

Text: Peter Flore

Das neue Click-Click-Decker-Album entstand größtenteils in Schlafzimmern, nämlich in dem von Kevin Hamann selbst und dem seines Toningenieurs. Schließlich ist man heutzutage nur dort wirklich ungestört, und zweitens hat das vermutlich große Auswirkungen auf die Intimität der Musik. „Nichts für ungut“ ist eine schöne Platte geworden. Eine Platte, wie sie nur notorisch verschlafene Menschen machen können und die eben deshalb so gut ist, weil Kevin Hamann einmal mehr Songs aus dem Ärmel geschüttelt hat, die gleichzeitig nach Bastelstunde klingen, aber eben auch nach Akribie, und dadurch besser sind als so manche große Kunst. Letztlich ist das aufgeräumter, aufrichtiger Songwriter-Pop, versehen mit verschrobener Elektronik, die nach halb geordnetem Gerümpel auf dem Dachboden klingt.

Hamann ist so ein Typ, dem man gerade sein Herz ausschütten will, und dann redet nur er. Ungefiltert, ohne nachzudenken, kotzt er sich aus, „grob gehobelt, doch bemüht wie die Pest“, heißt es in „Wenn man alles verliert“. Das ist wiederum sehr liebenswert, und nebenbei schreibt er eine ganze Platte voll mit Liedern für den Sonntagnachmittagskater, verzweifelt am Leben und dem ganzen Rest. Er ist die unlustige Heimwerker-Nerd-Variante von Olli Schulz (und deswegen möglicherweise die bessere) und hat seine Lyrik zwischen innerem Monolog und triebhafter Rede perfektioniert. Wenn er in „Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt“ bittet: „Fahr mich einfach nach Hause / Frag nicht nach morgen / Lass mal gut sein mit dem Wechselgeld“, wird daraus einer der schönsten Refrains des Jahres. Um seine Worte zu wiederholen: „Immer noch besser als Kunst“.



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aus Intro #143 (Oktober 2006)
 
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