OOIOO
»Taiga«
[Thrill Jockey / Rough Trade / VÖ: 22.09.2006 ]
Text:
Sonja Eismann
Wo Yoshimi P-we von den Boredoms und Kim Gordons Free Kitten mit drei anderen Japanerinnen in einer Band mit dem Weirdo-Titel OOIOO (oh-oh-eye-oh-oh) auf den Topf haut, wundert sich wohl niemand, wenn eine Form hochartifizieller Art Brut dabei rausspringt. Und damit ist natürlich nicht die Primitivität eines wohlig schunkelnden Bierzeltrocks gemeint, sondern das Gefühl, einer Musik gegenüberzustehen, die sich außerhalb der Grenzen des „Normalen“ bewegt: eine Abwendung von (Hör-) Konventionen, die von Unangepasstheit bis zum Eindruck der Geisteskrankheit gehen kann. Aber natürlich ist diese noisige Verrücktheit, die mit ihrem wilden Getrommel fast animistische, tribale Züge annehmen kann, wenn man denn in solchen Ethno-Metaphern denken will, aus einer Avant-Art-Perspektive kunstvoll konstruiert – worauf bereits der Umstand verweist, dass die Band noch vor ihrer Gründung vor rund zehn Jahren von Yoshimi als Fake in einem Magazin-Artikel rausposaunt wurde.
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