BEWERTEN
 

Dani Siciliano

»Slappers«

[!K7 / Rough Trade / VÖ: 01.09.2006 ]

Text: Martin Büsser, Martin Büsser

Die Musik von Dani Siciliano ist mindestens so groovy und zugleich komplex wie die ihres Partners Matthew Herbert. Bekannt wurde sie allerdings erst durch ihre vokalen Gastbeiträge auf Herbert-Platten wie “Around The House” und “Goodbye Swingtime”. Handelt es sich also wieder einmal um das übliche Phänomen von der Frau im Schatten des berühmten Mannes? “Slappers” bietet eine andere Lesart an: Das ausdrucksstarke Funk-Album, auf dem Sicilianos Stimme voll zur Geltung kommt, macht deutlich, wie stark nicht Herbert seine Partnerin geprägt hat, sondern wie sehr sie in den letzten Jahren seinen Sound neu zu bestimmen verstand.

Über weite Strecken hat “Slappers” mit seinem Mix aus experimenteller Elektronik und eingängigem R’n’B starke Ähnlichkeiten mit Herberts aktuellem “Scale”-Album. Und auch die Samples sind ähnlich ungewöhnlich. Melodiebögen wurden zum Teil aus Frauenstimmen gesampelt, aufgenommen bei einem lauschigen Abend mit Freundinnen in Danis Küche. Der Rhythmus kommt derweil vom Händeklatschen auf den Hintern. Doch wie im Fall von Herbert hört man all das nicht wirklich, kann es nur erahnen, wenn man um den Ursprung der Sounds weiß. Dass hier mehr Aufwand betrieben wurde, als letztlich hörbar ist, tut dem Ergebnis allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil: “Slappers” ist angenehm minimalistisch, geradezu geschmeidig und nutzt avantgardistische Verfahren souverän im Kontext einer Musik, die den Mainstream eng umschifft, ohne von ihm versenkt zu werden.



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