BEWERTEN
 

Pharrell

»In My Mind«

[In My Mind / VÖ: 27.07.2006 ]

Text: Uwe Buschmann, Uwe Buschmann

Pharrells seit fast einem Jahr angekündigtes Soloalbum “In My Mind” hat es doch noch in die Plattenläden geschafft. Pharrell, Sie wissen schon, der Hübschere des Produzenten-Duos The Neptunes. Deren größten Beatmacher-Meriten waren, Britney Spears und Justin Timberlake zu ernsthaften Pop-Artists zu pimpen. Denn Jay-Z, Snoop Dogg oder LL Cool J einen tollen HipHop-Song auf den Leib zu zirkeln, das erledigen The Neptunes ja mit links im Schlaf. Weshalb sie sich auch an obiger Quadratur des Kreises versuchten – und sogar mit Erfolg. Doch zurück zu “In My Mind”. Grob könnte man sagen, das Album teilt sich in eine HipHop- und eine Soul-Seite.

Grob könnte man sagen, die Songs wären genauso fantastisch, wenn sich Jay-Z, Nelly, KanYe West, Gwen Stefani nicht geprügelt hätten, um auf die Gästeliste zu kommen. Grob könnte man sagen, auf der Platte jagt nicht ein Ohrwurmklopper den nächsten, man muss es sich schon eine Weile vorm Ghettoblaster gemütlich machen, dann erst entfaltet sie ihren vollen, deepen Flavor. Und grob könnte man auch sagen, das Album fesselt sogar manchen Anhänger gesichtsloser Rockbands, obwohl Pharrell – trotz The N.E.R.D. und seines Rolling-Stones-Remix’ von “Sympathy For The Devil” – mit denen diesmal weniger gemeinsam hat als Mutter Beimer mit Aggro Berlin. Letzte Frage: Ist Pharrells “In My Mind” tatsächlich größer, schneller, weiter, besser, toller als Michael Jacksons “Thriller”? Letzte Antwort: Das hätte er sicher gern gehabt. Aber er ist wohl doch nur ein guter König – und eben nicht der King.



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