BEWERTEN
 

Lo-Fi-Fnk

»Boylife«

[Moshi Moshi / xx / VÖ: 25.08.2006 ]

Text: Roland Wilhelm, Roland Wilhelm

Wer hätte gedacht, dass das Genre Eurodance einmal eine solche Renaissance erfahren würde, wie wir sie dieser Tage erleben? Dabei sind es nicht einmal – wie man zunächst meinen möchte – nur skandinavische Acts à la Lo-Fi-Fnk oder Le Sport (s. Review in Intro #139), die auf dieser Welle reiten, stürzten sich doch kürzlich auch die Pet Shop Boys mit ihrem Remix von Madonnas “Sorry” oder dem Track “Integral” vom aktuellen Album mit beachtlichem Erfolg in besagte Brandung. Lo-Fi-Fnk also, ein blutjunges schwedisches Duo, das in seinen Videos so gerne tanzt, hat seine Lektionen im Wellenreiten von ganz großen Meistern gelernt.

Auf “Boylife”, ihrem Debütalbum, werden Daft Punk mit 2Unlimited, Bis und Superpitcher verrührt, dass es einen jauchzend aus dem Sessel reißt, und inhaltlich wird der Abschied von der Unbeschwertheit des “Boylife” mit viel Tamtam statt mit Tränen zelebriert. Wer kann auch immerzu das Geweine dieser ganzen deprimierten Jugendlichen aus England ertragen, die, mit Gitarren bewaffnet, die Leiden ihres Erwachsenwerdens in die Welt hinausschreien? Hier und heute lassen wir uns lieber zur Tanzfläche geleiten vom perfekten Disco-Pop von Lo-Fi-Fnk mit seinem trocken-funkigen, oft stakkatohaften und immer sehr dicken Sound, der in seiner rauen Brillanz nicht selten sogar an Mike Skinners frühe Produktionen erinnert – allerdings ohne Sprechgesang. Mindestens jedes zweite ihrer Stücke ist ein Hit, v. a. die Titel “City” und “Wake Up”, Letzteres übrigens auch als 12-Inch mit einem Remix von Justus Köhncke erhältlich. Der helle Wahn. Let’s go surfing, then.



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