BEWERTEN
 

Giddy Motors

»Do Easy«

[Fat Cat / Pias / Rough Trade / VÖ: 25.08.2006 ]

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Des Künstlers Ungemach ist oft des Publikums Gewinn. Gram gebiert Gold, und so manch Alchimist transformiert schlechte Laune zu einem Golem, der aus überbordenden Füllhörnern Katharsis und Ekstase über die Häupter der Menschenwürmer ergießt. Ist bei den Giddy Motors aus London nicht anders. Hass gab Mastermind Gaverick de Vis mal als Hauptinspiration und Antrieb für seine wirklich erlesen kaputt agierende Band an – Hass und Lust auf Blödsinn. Und daran hat sich auch auf dem hier vorliegenden zweiten Album nichts geändert: Harscher und mitunter richtig derber Noise-Rock trifft auf eine daddelige, fast schon kindlich verspielte Kauzigkeit, die an die großen Zeiten von Labels wie Amphetamine Reptile ebenso gemahnt, wie sie sich dem destruktiven Gestus der Stooges und der Cartoonhaftigkeit Pussy Galores verdankt.

Das Resultat hat etwas von Neurosis in Boogie und klingt schrecklich bitter, lodernd aggressiv und groovig brutal, atmet dabei aber reine verzweifelte Liebe und preist immer wieder den Mut zum Ausrasten und die Furchtlosigkeit vor der Blamage. So was wird einfach nie alt und kann – doch, doch – Leben retten. Bloß nicht verzweifeln. Anger to Energy ist eben noch immer die gesündeste Devise.



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