BEWERTEN
 

Alias & Tarsier

»Brookland / Oaklyn«

[Anticon / Al!ve / VÖ: 02.02.2007 ]

Text: Vina Yun, Vina Yun

Zwischen Anticon-Liebling Alias und Rona “Tarsier” Rapadas, ihrerseits Hälfte des Elektronik-Duos Healamonster & Tarsier, liegen rund 3000 Meilen – er mit Sitz im kalifornischen Oakland, sie in Brooklyn, NYC. Beinahe zwei Jahre lang schickten sich Alias und Tarsier Musikbausteine via E-Mail from Coast to Coast, bis das Album “Brookland / Oaklyn” stand – und das, ohne sich jemals persönlich begegnet zu sein. Dabei mag die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte dieser experimentierfreudigen Kollaboration ungleich interessanter sein als das Produkt selbst: TripHop hieß mal das Konstrukt aus gewichtigen HipHop-Beats mit atmosphärischem Melancholia-Überbau, gerne, wie in diesem Fall, kombiniert mit recht dreamy ausfallenden female Vocals.

Der Pop-Appeal ist natürlich vor allem Tarsiers Gesang und der für Alias’sche Verhältnisse ungewohnten Melodiosität zu verdanken – nur leider strahlt Tarsiers Stimme (die mehr an die ehemalige Sneaker-Pimps-Sängerin Kelli Dayton als an Björk oder Beth Gibbons erinnert, obwohl die Vergleiche mit Letzteren nicht enden wollen) ob ihrer anfangs schönen, aber dauerhaft faden Gleichförmigkeit eher Ennui denn düstere Sehnsucht aus. Lediglich “Luck And Fear” (featuring Anticon-MC Dose One) und “Last Nail” mit einer Rap-Einlage von Alias reißen Löcher in die allzu einlullende Sounddecke – ein Wake-up-Call, der ruhig öfters hätte zum Einsatz kommen können.



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