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Razorlight

»Razorlight«

[Vertigo / Universal / VÖ: 31.10.2006 ]

Text: Peter Flore, Peter Flore
[3 Kommentare]

Johnny Borrell will und kann nur gute Songs schreiben. Die Ex-Kumpanei mit Pete Doherty mag da beim durchweg fabelhaften Debüt “Up All Night” noch als Störfaktor gewirkt haben, schließlich fand jenes Album trotz des grandiosen Materials hierzulande leider nicht die Beachtung, die es verdiente. Zu sehr diktierten Doherty und Barât den Popdiskurs, zu sehr standen Razorlight auch soundtechnisch im alles überragenden Libertines-Schatten. Ein Umstand, den das selbst betitelte Zweitwerk nun ändern kann, nein: wird. Die raue Schnodderigkeit des Debüts ist einer beachtlichen Songpalette gewichen, die Ex-Beatles- und -Pink-Floyd-Engineer Chris Thomas so karg wie zweckmäßig direkt inszeniert hat.

Gute Songs brauchen keinen Schnickschnack, werden sich alle Beteiligten zu Recht gedacht haben. “In The Morning”, die auf dreieinhalb Minuten zurechtgestutzte Übersingle, leitet ein, was die Lokalfachpresse in der Regel als Grown-up bezeichnet: Razorlight sind also erwachsen geworden, was eigentlich nur bedeutet, dass sie nun ernst meinen, was sie machen. Und sich nicht mehr schämen müssen, Springsteen und U2 cool zu finden. “America” ist so ein Song geworden, der auch in einem Set von Boss und Bono einen Höhepunkt markieren würde, die Patti-Smith-Reminiszenz “Kirby’s House” ebenfalls schon jetzt ein heimlicher Klassiker. “Who Needs Love?” macht deutlich, dass Inhalt und Form bei Razorlight nicht deckungsgleich sein müssen: so niederschmetternd der Text, so himmelhochjauchzend die Instrumentierung: ein “Imagine” aus der Feder Borrells. “I Can’t Stop This Feeling I Got” schlägt die Brücke zum Debüt, der Abgesang “Los Angeles Waltz” ist der Soundtrack für die Klasse von 2006. Für uns spät Geborene ist “Razorlight” ein Evergreen wie für unsere Eltern das “Weiße Album”. Da hat übrigens auch Chris Thomas seine Finger mit im Spiel gehabt, was nur unwissende Menschen als Zufall deuten können.



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  • User: Brösmeli
  • Brösmeli 29.06.2010 | 18:36:27

    Schrecklich überbewertet hier in der Kritik! Abgesehen von "America" ist doch hier nicht wirklich etwas drauf, über das man noch Jahre nach der Veröffentlichung reden muss..

  • ösel 29.06.2010 | 23:05:16
    Polterkowski & Söhne
    Ach, die süssen Boys von Razorlight, wie schick die da posen auf dem Cover. Sowas würd ich mir nie, nie, nie, niemals kaufen.

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