BEWERTEN
 

Sugarplum Fairy

»First Round, First Minute«

Text: Peter Flore

Die erste EP hieß “Stay Young”, das Debütalbum “Young & Armed”. Und auch beim Titel des nun vorliegenden zweiten Albums legen die Schweden Wert auf juvenile Unversehrtheit. Und auf den klassischen Popsong: Strophe, Bridge, Killerrefrain. Der erste Schlag muss sitzen, Knock-out in der ersten Runde. Ausgehend von dieser Maxime, legen die Jungspunde los wie Mike Tyson und tänzeln dabei leichtfüßig wie einst Cassius Clay. Die 14 Songs überschreiten dabei selten die Dauer einer Boxrunde, was wiederum dann eigentlich auch nur beweist, dass Sugarplum Fairy ihr Handwerk mittlerweile perfektioniert haben, ohne es an unmittelbarer Unbekümmertheit missen zu lassen.

Das clashige “Last Chance” und die folgende erste Single “She”, eine rundum gelungene Strokes-meets-Belle&Sebastian-Mischung, legen die Messlatte hoch – nicht nur, was das Tempo angeht. Das eigentlich Beeindruckende an “First Round, First Minute”: Der Borlänge-Fünfer verfügt über genügend Luft für zwölf Runden, bringt seine simplen, aber effektiven Ideen auf den Punkt, ohne dabei in schnöde Malen-nach-Zahlen-Fließbandarbeit zu verfallen. Ob als unvermeidliches Sixties-Sitar-Experiment (“Visible Karma”, natürlich) oder vermittels des cheesy Handclappers “It Takes Time, It Takes Two” – niemals hat man den Eindruck, diese Lausbuben wollten einen nur übers Ohr hauen. Sie sind aufrichtig, wollen das Rad nicht neu erfinden, wollen nur spielen. Dass das langstreckenweise den (späten) Beatles oder (frühen) Oasis seine Referenz erweist: geschenkt. Was zählt, ist und bleibt der Song. Um im Bilde zu bleiben: 14 Treffer an die Schläfe. Wer bleibt da schon stehen?



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