BEWERTEN
 

Soul Position

»Things Go Better With RJ And Al«

Text: Heiko Behr, Heiko Behr

Keine Frage, seit „Deadringer“ ist RJD2 vom Hoffnungsträger zum etablierten Produzenten aufgestiegen: so zugänglich war Indie-HipHop selten. Und doch liegen seine Stärken deutlich bei den Instrumentals. Wer sein letztes Kollaborationsalbum „Magnificient City“ mit Aceyalone gehört hat, weiß, wovon ich spreche: Nur selten ergeben sich aus den runtergestrippten Funkbreaks und den Vocals eine schlagkräftige Einheit. Nun also ist er mit dem Rapper Blueprint wieder als Soul Position unterwegs. Und endlich, endlich verschwindet das unschöne Gefühl, dass hier MP3s ausgetauscht und irgendwann schließlich aufeinander gestapelt werden.

Bei den Texten hingegen offenbart sich das klassische Alternative-Hop-Problem: Bei aller Abgrenzung von Ausverkauf, BlingBling und dümmlicher Reproduktion von Stereotypen bleiben letztlich – neue Stereotypen. Auf ganzer Strecke ist die reine Negation vom Status quo eben doch ein bisschen wenig. Wo sind die selbstbewussten eigenen Positionen? So scheint sich auch RJD2 im Laufe des Albums immer mehr zurückzuziehen auf seine funktionalen Standardbackdrops. Warten wir auf das Instrumental-Album, vielleicht macht dann plötzlich alles wieder Sinn.



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