BEWERTEN
 

Hope Of The States

»Left«

Text: Markus Meske

Diese Platte beginnt leise, aber sie schwillt an, plustert sich geradezu auf. Das Plattenfirmeninfo nennt das Baby von Hope-Of-The-States-Bassist Paul Wilson als Urheber der ersten Töne des Openers „Seconds“. Es ist ein Herzschlag, der bald von einer Streicherpassage umschmeichelt wird. Dazu gesellt sich vorsichtiges Elektrobeat-Geschmatze, dann ein erstes dezentes Crescendo, und man ist drin in „Left“, dem zweiten Album der sechsköpfigen Formation aus dem trendfernen englischen Städtchen Chichester. Die Songs von Hope Of The States kommen fokussierter und direkter als auf ihrem Debütalbum „The Lost Riots“ von 2004.

„Alle sahen in uns nur diese Postrock-Kids, was uns langsam zu Tode langweilte“, erklärt Sänger und Gitarrist Sam Herlihy die neue Freude an großen Melodien. Das ist Pop. Das will Pop sein, selbst in den etwas rockigeren Momenten. Und bei aller Melancholie spielt sich die Band ziemlich leichtfüßig durch ihren verspielten Entwurf großer britischer Popmusik. Da darf es auch gern mal richtig opulent zugehen wie beim epischen „Little Silver Bird“, das ein wenig an die späten Mercury Rev erinnert. Die Songs funktionieren u. a. auch deshalb, weil Sam Herlihy mittlerweile richtig gut singt. Das war beim Debüt noch nicht immer der Fall. Schön, wenn sich eine Band weiterentwickelt.



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