BEWERTEN
 

The Plastic Constellations

»Crusades«

Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink

Vor ein paar Jahren bekam ich das Album „My Majesty“ von der Band Sean Na Na, erschienen auf dem French-Kiss-Label, zur Rezension überantwortet. Ich hörte es, war prompt begeistert und äußerte mich dann auch so. Und auch danach blieb mir das Album aufgrund seiner unverkrampften und launigen Melodiösität und der rauen Gitarren-Arrangements ein treuer Begleiter, sodass ich mich fortan bemühte, sowohl Band als auch Label nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Daran denke ich gerade wieder, als „Crusades“ von The Plastic Constellations in meinem Player läuft. Denn nicht nur teilt die Band mit Sean Na Na das Label, nein, auch klingen die zehn Songs auf diesem Debütalbum oft nach Sean Na Nas Spaß bringender Mischung aus Mathrock-Breaks und Indie-Riffs.

Es dauert etwas, bis sich Unterschiede auftun. So klingt „Crusades“ jugendlicher und nicht ganz so gekonnt ausarrangiert wie Sean Na Na. In manchen Momenten schwingen sie sogar um in Richtung unbekümmerter Powerpop à la New Pornographers. Sie weigern sich, die Cruncheffekte ihrer Gitarren auch nur eine Sekunde auszuschalten, und tun gut daran. Denn auch so lassen sich durchaus mehrgestaltige Stimmungseffekte generieren, die das Hören lohnen. Insgesamt ist „Crusades“ ein klassischer Fall von „kommt noch“. Denn auch wenn die Band hier noch in manchen Passagen unausgegoren klingt, wird doch deutlich, dass Steigerung auf zukünftigen Veröffentlichungen sehr wahrscheinlich ist. Sie sind ja noch jung.



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