BEWERTEN
 

Declan O’Rourke

»Since Kyabram«

Text: Frank Schuster, Frank Schuster

„Dust In The Wind“? Donovan? „Peter Burschs Gitarrenbuch“? Wo auch immer Declan O’Rourke das Zupfmuster seines Eröffnungssongs herhat – es ist Folk. Folk? Ja, warum nicht. Der 28-jährige Dubliner macht auf seinem Debütalbum jedoch keine Wald-, Feld- und Wiesen-Folklore, sondern einen urbanen Popfolk mit barock- bis chansonartigen Streicherarrangements, die an Robert Kirbys irisierende Tonsetzereien für Nick Drake denken lassen; und er singt mit einer sonoren Stimme, dunkel-undergroundig, die, wenn sie nach oben schlägt, Richtung Bono-Pathos oder Morrissey-Falsett geht. Natürlich kann er auch mal ganz, ganz rockig werden, dann klingt er amerikanischer, so nach Boy-next-Door-goes-Street-Credibility – ‘nen Tacken aber zu Middle of the Road.

Schöner geraten ihm da schon die Balladen, etwa das an Burt Bacharach geschulte „Birds Of A Feather“ oder die fast schon Lloyd-Webber-verdächtigen Songs „Galileo (Someone Like You)“ und „We Didn’t Mean To Go To Sea“. Konsequent, dass er mit dem Irish-Folk-Storyteller-Song „Marrying The Sea – Till Death Do Us Part“ schließt. Das Album beginnt mit Regen und endet mit Meeresrauschen. Schön.



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