BEWERTEN
 

Greg MacPherson

»Sun Beats Down«

Text: Henrik Drüner, Henrik Drüner

Der kanadische Songwriter Greg MacPherson wuchs im Schatten von Radarstationen auf, diesen bedrohlichen Mahnmalen des Kalten Krieges. Das hat bei ihm Spuren hinterlassen, nicht nur im Song „Radar“: MacPherson engagierte sich lange Zeit politisch beim „Project Peacemaker“ und veröffentlicht seine Musik in Nordamerika bei „G7 Welcoming Committee“, der Firma der Konsequent-Punks Propagandhi. Der 30-Jährige aus Winnipeg sieht sich verbunden mit der Tradition englischsprachiger Protest-Songwriter (von Guthrie über Springsteen bis Bragg), ebenso mit Postpunk-Bands. „Sun Beats Down“ bündelt als eine Art Best-of-Album seine bisherigen Werke (zwei Alben und eine EP), die zum ersten Mal in Europa erhältlich sind.

Minimalistisch mit Gitarre, Bass und Schlagwerk eingespielt, macht MacPherson klare Aussagen zu den Unwegsamkeiten des Lebens, aus der Sicht des einfachen Mannes und Friedhofsgräbers, als der er sechs Jahre gearbeitet hat. Die Songs wirken sehr bestimmt und dringlich, zumal sie völlig unaufgesetzt produziert wurden. Im Vordergrund steht sowieso sein eigenständiger Gesang mit rauer Stimme, der beispielsweise „California“ nicht einen Hauch von Sonnenstaat gönnt und bei „Blind Date“ die Zeit stillstehen lässt. Gitarrist Steve Bates und Weakerthans-Drummer Jason Tait helfen ihm bei seiner ersten Europa-Tournee, die hoffentlich erfolgreich verlaufen wird. Wenn er nach Kanada zurückkommt, ist er nämlich arbeitslos.



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