BEWERTEN
 

Blood On The Wall

»Awesomer«

Text: Henrik Drüner, Henrik Drüner

Ein Sonic-Youth-Tribut? Der erste Höreindruck nährt beinahe den Verdacht. Der Sänger klingt wie Thurston Moore, die Sängerin wie Kim Gordon, die Songs wie aus deren Frühphase. Aber keine Sorge: Blood On The Wall aus Brooklyn, NY leben auf „Awesomer“ lediglich ihre Vorliebe für Indierock der Neunziger aus, also die Schiene mit Pavement, The Pixies und eben Sonic Youth. Da kommen Erinnerungen hoch, und zwar die guten. Sperrig und kantig zieht das Geschwisterpaar Courtney (Bass) und Brad Shanks (Gitarre) gemeinsam mit Schlagzeuger Miggy Littleton durch die krachende Songwucht, immer versehen mit einem feinen Gespür für Refrains, Melodien und Hitpotenzial.

Courtney und Brad wechseln sich am Mikro ab, geben sich mal genüsslich einer schwerfällig walzenden Velvet-Underground-Lethargie hin („I’d Like To Take You Out Tonight“), mal ungestümen Noise-Attacken („Hey, Hey“ oder „Get The Fuck Off My Cloud“). Dazwischen immer wieder überaus großartige Rockentwürfe wie „Reunite On Ice“ oder „Right To Lite Tonight“, denen Produzent Nicolas Vernhes (Fiery Furnaces, Black Dice) den richtigen Schliff gab. Ein verblüffend uneigenständiges, verblüffend gutes Album.



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