BEWERTEN
 

The Vineyards

»Hoggin’ All The Action«

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Hätten die Muppets eine Garage-Rock-Band, sie klänge wie The Vineyards. Denn zumindest auf dem Opener ihres Debütalbums, dem Quasi-Titelsong „Hoggin’ All The Action, I See“, verschmilzt das junge Quartett aus dem spröde-charmanten Oslo gut abgehangenen Ur-Rock mit jeder Menge hektisch oszillierender Energie zu einer Art Jim-Henson-Core, der seinesgleichen sucht. Besonders Sänger Hans Martin Cramers ausgestellte Hysterie verleiht diesem herrlich schmissigen Song eine köstliche Prise Cartoon’n’Roll, ohne die das Stück wohl wenig mehr wäre als ein sorgfältig hingerotztes Re-Enactment des goldenen Zeitalters des Powerchords.

Den Rest des Albums geben er und seine Kollegen sich allerdings deutlich zurückgenommener und kontrollierter, mitunter regelrecht betulich. Dabei erinnert die Beflissenheit beim Buddeln nach den Wurzeln etwas an Mando Diao und gleich Gesinnte. Doch leider stoßen The Vineyards seltener auf Gold als ihre schwedischen Geistesverwandten. Ihr hier zelebriertes 60s-Garagen-Punk-Update ist zwar spartanisch kraftvoll, roh und dabei ohrenschmeichelnd süß, schwankt jedoch mitunter bedenklich zwischen zeitlos geilen Rumpel-Grooves und einfach nur altbackenem Geriatrie-Geriffe. Mehr Songs wie besagter Opener, und dieses Album hätte einem Genre, dem so langsam zum x-ten Male das Moos auf dem Buckel wächst, das Gnadenbrot um die Ohren gehauen. So ist es eine Ansammlung von Musik, die zwar gut reingeht, bei der wirklich zwingende und aufrüttelnde Momente jedoch eher rar sind. Rockt. Nicht mehr, aber ganz bestimmt auch nicht weniger.



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