BEWERTEN
 

Busta Rhymes

»The Big Bang«

Text: Vina Yun, Vina Yun

Don’t call it a Comeback: Auch wenn gute vier Jahre seit seinem letzten Studioalbum ins HipHop-Land gezogen sind, hielt sich Mr. „Bus A Bus“ mit seinen unzähligen Gastauftritten ganz ordentlich im Geschäft. Ob dieser Dauerpräsenz inszeniert Busta Ryhmes nun den Urknall – Attention please! Schließlich ließ sich das ehemalige Leader-of-the-New-School-Member nicht lumpen und kaufte großzügig ein, was lieb und teuer ist: Auf Produzentenseite standen u. a. Dr. Dre himself, Swizz Beatz, DJ Scratch, Sha Money XL, Erick Sermon, Timbaland, Black-Eyed-Peas-Mann will.i.am und (der Anfang des Jahres verstorbene) J Dilla bei, aber auch eine illustre Gästerunde mit Floetry-Hälfte Marsha Ambrosius, Kelis, Missy, Q-Tip, Raekwon, Nas etc.

lässt aufhorchen. Im Übrigen dürfte die von Dr. Dre verordnete Reduzierung erfolgreich durchgegriffen haben, denn nicht zuletzt hat Busta Rhymes aus seinen bisherigen hyperaktiven Rap-Salven gehörig Tempo rausgenommen und damit auch seine letzten cartoonesken Züge von einst vollständig abgelegt. Stattdessen präsentiert er nicht ohne Stolz seinen Stiernacken samt tätowiertem Hard-Body und das, was er (vielleicht mal abgesehen von seinen raptechnischen Skills) am besten kann: Macho-Posen, Bitch. Wie passend, dass da Marsha Ambrosius (im schön minimalistisch gehaltenen Stück) „Get You Some“ über geile Weiber säuselt, Kelis’ Beitrag zum Sommerhit „I Love My Bitch“ auf ein „I love my nigga“-Bekenntnis beschränkt bleibt, und auch bei Missy Elliott muss man sich ein wenig wundern, wenn sie in „How We Do It Over Here“, einem bouncy Sirenenheuler, vor einem erregt gepressten „Wanna touch my nookie, baby? Touch me right there“ nicht Halt macht. Eine echte Überraschung dürften hingegen die Kollaboration mit Stevie Wonder – auch wenn sich „Been Through The Storm“ hart an der auf dem Piano geklimperten Kitschgrenze bewegt – und der wieder belebte Funk-Klassiker „Ghetto Life“ von „Superfreak“ Rick James sein. Der auf Daft Punks „Technologic“-Sample basierende Club-Banger „Touch It“ zeigt schon ein wenig Abnutzungserscheinungen, da bringt „New York Shit“, eine Ode an den 90s-HipHop, schon etwas mehr Abwechslung, aber ja, auch hier haben wir die „international chicks on my New York dick“. Also Bitch, letztlich doch irgendwie alles beim Alten, Bitch. Nee, mit diesem „Bang“ wird das Universum definitiv nicht neu erschaffen werden.



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