BEWERTEN
 

Hush Puppies

»The Trap«

Text: Peter Flore

Gut möglich, dass Paul Weller immerzu nur das Debütalbum der Hush Puppies hört, wenn er daheim den Hobbykeller aufräumt. Denn so macht man das doch, wenn man in alten Erinnerungsschätzen stöbert, gell!? Man hört seine Lieblingsmusik. Aus zwei Gründen eignet sich „The Trap“ dazu besonders gut. Zum einen, weil die Franzosen hier ebenso ungeniert nostalgisch wie historisch einwandfrei in der 60s-Mod-Kiste kramen, zum anderen weil sie dabei eine derart gute Figur abgeben, dass man es ihnen nur schwerlich übel nehmen kann. Und warum auch? Ihre Garagen-Psychedelia haben Hand und Fuß. Beim rasanten Opener „1975“ muss es sich um einen Zahlendreher handeln, so authentisch schrammeln sie sich durch die Vergangenheit.

Zwischendurch schalten sie einen Gang runter, man soll schließlich unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Drogen auch nicht Auto fahren. Bei „Alice In Wonderland“ kann man dann ganz wunderbar beobachten, wie der Perpignan-Fünfer den Aggregatzustand ändert: von gasförmig zu fest in viereinhalb Minuten. „Bassautobahn“ ist ein von süßlichen Rauchschwaden umgebenes „Phantom der Oper“, „You’re Gonna Say Yeah!“ gibt gleich unumwunden die Losung vor: zusammen mit Phoenix eine französische Doppelspitze, die uns in Zukunft noch einiges an Freude bereiten wird. Da lege ich mich mal fest.



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