BEWERTEN
 

Dear Henry Bliss

»Long Way ‘Round«

Text: Barbara Streidl, Barbara Streidl

... aber deinen Namen merk ich mir – der steht auf einem Stück Papier: Dear Henry Bliss. Die vierköpfige Gruppe um Singer/Songwriterin Hannah Stadler, die diesen Namen trägt, hat mit „Long Way ‘Round“ das erste Album fertig gestellt, vierzig Minuten wirklich schönen Pop. Hannah Stadlers Stimme folgt man blind in die Höhe ihrer eingängigen Melodien; klagt sie, fühlt man mit; holt sie Atem, nutzt man diesen Moment, um kurz aus dem Fenster des Hauses, Autos, Flugzeugs zu sehen – hoppala, da draußen ist ja auch noch eine Welt! Schnell zu Lieblingsliedern werden die Nummern „Cry In Shame“, „Inspiration Man“ und „The Silence Of The Blanks“ mit dem Kehrreim „say what you wanna say what you wanna say“.

Die Platte ist liebevoll und handgemacht; neben kleinen Soundschnipseln, die auf ein reichhaltiges Repertoire an Popkultur-Pulp im Wohnzimmer schließen lassen, gibt es Gastauftritte von Instrumenten wie der Blues-Harp, die auch außerhalb von Jam-Sessions mit alten Säcken ruhig öfter zu hören sein sollte. All das lässt vermuten, wie das Herz von Henry Bliss schlägt: Die Band teilte sich bereits Bühnen mit Gomez und den Posies, war im Augsburger Studio von Alaska Winter, der auch Anajo schön klingen lässt, und hat echt alles richtig gemacht mit diesem Debüt.



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