BEWERTEN
 

Microstern

»The Mechanical Bird«

Text: Hendrik Kröz, Hendrik Kröz

Seufzerbrücken in Meckpomm. Bauherr ist Stefan Streck alias DJ Sterngucker aus Rostock, der dort die zentral gelegene Tarnnetz-Baracke JAZ regelmäßig mit feinen Drum’n’Bass-Platten in Wallung versetzt. Als Microstern dreht er die Breaks eindeutig leiser, dazu gesellen sich echtes Schlagzeug, melancholische Geigen und viele andere akustische Instrumente. Der Bezug zum Weilheim-Sound ist offensichtlich, Microstern macht aber sein eigenes Ding daraus. Die Entstehungsweise von „The Mechanical Bird“ erklärt, warum hier alles so organisch klingt: Freunde mit Instrumenten wurden ins Studio geholt, nicht zum Solos-Spielen, sondern für einzelne Noten, die im Microstern-Computerarrangement dann zu Songs geworden sind.

Im „Lied vom Anker“ ist ein ganzer Chor am Start, fast schon Beach-Boys’mäßig, wenn die mal in Moll gegospelt hätten. So wie PitRock, dessen Raps hier völlig überraschend und korrekt auftauchen: „So stellt sich die Frage, wie das Problem zu lösen wär / Dabei ist alles doch so einfach – mehr Öl muss her.“ Weltpolitisch gedacht vielleicht, in Sachen „Mechanical Bird“, dem Microstern-Debüt, ist die Rohstoffverteilung jedenfalls bestens gelöst.



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