BEWERTEN
 

Eagles Of Death Metal

»Death By Sexy«

Text: Martin Riemann, Martin Riemann

Der Boogie ist das älteste Gewerbe der Welt. Geprägt vom Rhythmus miteinander Gymnastik treibender Körper, zu einer Zeit, in der die Menschen durch vielerlei unvorhersehbare Gefahren noch zu großer Hast bei all ihren Tätigkeiten genötigt wurden, setzte er sich schnell als Massenphänomen durch. Bald diente er zur Untermalung tugendhaft fragwürdiger Rituale und konnte seine Stellung bis heute behaupten. Jetzt wird er sogar zu David Letterman ins US-Fernsehen eingeladen. Die Eagles Of Death Metal durften den Boogie dort präsentieren, und ich schätze mal, das hatte noch schlimmere Konsequenzen für die Moral der Staaten als Janet Jacksons Nippel.

Die armen Amerikaner! Wie bei Interpretationen urwüchsiger Musikrichtungen üblich, ist auf „Death By Sexy“ nicht die Originalität der Struktur, sondern die Qualität der Mittel von Belang, und in dieser Hinsicht ist die Güte von EOfDM von wohl unzweifelhafter Natur. Jesse Hughes singt sein tückisches Falsett genauso schmierig, wie er aussieht, und spielt seine Gitarre genauso, wie er sich dazu bewegt, nämlich anzüglich. Dave Catching begleitet ihn dabei auf seiner Flying V mit der Schubkraft eines Düsenjägers. Und Josh Homme (QOTSA) hat gut (unter) produziert und lässt jetzt auch Samantha Maloney (Mötley Crüe, Hole) an die Felle. Wer beim neuen Album wann an welchem Schlagzeug saß, ist wohl nicht zu ermitteln, aber was klar ist: Das Teil ist ein Rhythmusmonster und dem Debüt der Kalifornier meilenweit überlegen. Jeder, der T-Rex, Hasil Adkins, Doo-Rag, Foghat, die Gories und die Spider Murphy Gang mochte, braucht es. Ohne Füller, ohne komplizierte Texte, ohne Scham und ohne Pause bügeln die Adler 37 Minuten lang ihre Boogie-Sache durch. Länger wäre auch lebensgefährlich. Macht doch bitte dazu, was ihr wollt.



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