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Joy Denalane

»Born & Raised«

Text: Uwe Buschmann, Uwe Buschmann

Manchmal bleibt die Zeit stehen. Manchmal vergisst man sogar das Datum. Sängerin Joy Denalane vergaß bei ihrem neuen Solo-Album „Born & Raised“ sogar das Jahrzehnt. Sie liefert elf Songs ab, die im besten Sinne komplett zeitlos sind. Diese Platte befreit die moderne Soul-Musik aus ihrem stilistischen Limit, wie es zuletzt gerade mal einer gereiften Mary J Blige gelang. Denalanes Synthese aus den musikalischen Testamenten einer Aretha Franklin oder Anita Baker, aus Gospel und HipHop, Disco und Funk, Pop und Soul bringt den perfekten Soundtrack für alle geschichtsbewussten Black-Music-Lover auf. In der ersten Single „Let Go“ wurden bereits die Parameter gesetzt: tiefe Grooves mit seelenvollen Vocals.

In „Change“ trifft sich der Spirit von Marvin Gaye mit der HipHop-Theorie eines Pete Rocks. Und auch in allen anderen Stücken präsentiert sich Joy Denalane als elegante Göttin fürs gepflegte Soul-Life, die über bloßes Clubgepiepse oder banales Schlafzimmergewimmer erhaben ist. Mit dabei waren unter anderem Wu-Tang Clans Raekwon und Jay-Z-Protegé Lupe Fiasco. Zusammen mit ihrem Ehemann und Produzenten Max Herre entstand ein Album, das internationale Vergleiche an keiner Stelle wird fürchten müssen. Im Gegenteil. Es dokumentiert, analysiert und präsentiert Zuversicht: Der moderne Soul ist nicht tot. Und er hat eine Zukunft weit über die bloße Soul-Attitüde hinaus. Ganz große Platte!



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