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The Dears

»Gang Of Losers«

Text: Vanessa Romotzky

An manchen Städten kann man sich bezüglich des Sounds einer Band ungefähr so orientieren wie an einem bestimmten Label. Montreal steht in puncto Gitarren momentan mit Bands wie Broken Social Scene für eine intensive, verspielte, euphorisch überdrehte Musik mit vielen verschiedenen Ideen und betörenden Melodien in einem Song. The Dears, eben aus Montreal und dort durchaus eine beliebte Institution, entsprechen der hier geäußerten Erwartungshaltung auf ihrem neuen, dritten Album „Gang Of Losers“ allerdings nur so ein bisschen. Die zwölf Songs tragen vielmehr einen deutlichen Britpop-Anstrich mit weniger Verspieltheit und mehr Hang zur Hymne.

Die Stimme Murray Lightburns, Mastermind der Dears, klingt manchmal in Timbre und Schmelz nach Morrissey oder Damon Albarn. Allerdings ohne deren Lakonik. Gerade durch Lightburns Gesang erscheinen die Songs leidenschaftlich und doch eingängig konzipiert. Der Ansatz scheint zwar stets ein emotionaler, aber diese Geste ist manches Mal auch so groß, dass sie ermüdet. Es fehlt etwas, das an der melodramatischen Oberfläche kratzt. Eine verlockende Melodie zum Beispiel, wie es sie immerhin im Boy/Girl-Gesang des montrealmäßig aufgebrochenen Titelsongs gibt.



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