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Thomas Schumacher

»Home«

Text: arno raffeiner, arno raffeiner

Thomas Schumacher war bisher vor allem für seine massiv reinhauenden Tracks zwischen Techno-Funk-Keule und Großraum-Floor-Futter bekannt. Stichworte “When I Rock”, “Ficken?” usw. Ob als Elektrochemie LK oder unter seinem bürgerlichen Namen: Zurückhaltung war sein Ding nicht. Und deshalb darf man beim Reinhören in “Home” durchaus überrascht sein, denn der neue Schumacher-Stoff, gemeinsam mit Stephan Bodzin im Duo ausgetüftelt, kommt geradlinig und stark entschlackt daher, ohne allzu offensichtlichen Abfahrt!-Bombast aufzufahren. Damit ist das Album zu vielem kompatibel, was derzeit in den kunterbunten Minimal-Topf geworfen wird – nämlich so ziemlich allem, das im 4/4-Takt zwischen Techno, fettem Discobeat und peinlich sauberem Acid-Gezwitscher auf den Dancefloors landet –, obwohl doch pausenlos sehr viel passiert und die Tracks, wie von Schumacher nicht anders gewohnt, auf der Soundebene nach wie vor total zupackend rüberkommen.

“Home” klotzt ganz ohne Klimbim, es ist ein simples Bekenntnis zur Funktionalität von Tanzmusik. Kompromisse von wegen zu Hause und im Club, Listening und Abrocken etc. interessieren nicht die Bohne. So haben Schumacher und Bodzin eine schlaue Platte produziert: Sie ist abgespeckt und verschreckt die Feingeister nicht, haut aber trotzdem rein.



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