BEWERTEN
 

The Low Frequency In Stereo

»The Last Temptation Of ... Vol. 1«

Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink

Dass Norweger ein Faible für dynamische Musik mit einem Hang zu Instrumenten-Overkill haben, wissen wir spätestens seit Jaga Jazzist und Tussle. Die nächste Band, die so zu Werke geht, ist The Low Frequency In Stereo. Im Gegensatz zu ihren Landsleuten genießen sie aber eine starke Verwurzelung im Rock, so was lässt wenigstens ihr drittes Album “The Last Temptation ...” vermuten. Die darauf enthaltenen Songs sind allesamt rasant und von oben bis unten mit Percussion- und Orgelelementen zugeklatscht, manche sogar mit Bläsern. Psychedelic-Rock würde man das wohl nennen, wenn es nicht so temporeich wäre. So ist es eher ein Patchwork aus diversen Rock’n’Roll-Substilen, vornehmlich aus den 1970ern und 1980ern.

Hier hört man Garage, dort Stoner Rock und hin und wieder auch Led Zeppelin oder die Doors. Zum Ausdruckstanz barfuß vor Festivalbühnen ist das jedenfalls fabelhaft geeignet, wenn man das denn möchte. Für zu Hause ist es vielleicht eine Spur zu fahrig strukturiert, mit zu dünnem roten Faden. Dafür ist der zwischen Kathleen Hanna und Karen O changierende Gesang Hanne Eidsvag Andersens ein garantiertes Identifikationsmerkmal. Die große Ausnahme gibt es auf der Platte auch noch, nämlich “Axes”, einen Stereolab-Song reinster Sorte. Fragt mich nicht, wie der da draufgekommen ist.



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